Historie

Wenn man über das Schloss Langenburg spricht, denkt man automatisch an den prachtvollen Bau der Familie Hohenlohe-Langenburg, den einzigartigen Rosengarten und den unvergesslichen Blick über das romantische Jagsttal. In diesem Zuge sollte man das drei Kilometer entfernte Schloss und Gut Ludwigsruhe aber nicht vergessen. Früher lag das Gut an der von Langenburg über die Hochfläche nach Blaufelden führenden Poststraße und war die Sommerresidenz der der blaublütigen Langenburger Familie. Da die heutige Landstraße in weitem Abstand daran vorbeiführt, ist Ludwigsruhe ein echter Geheimtipp geworden.
Linde als Namensvetter
Anfang des 13. Jahrhunderts begann die Geschichte auf Gut Ludwigsruhe mit der ersten urkundlichen Erwähnung. Damals stand an diesem Ort ein einfacher landwirtschaftlicher Bauernhof. Aus dem Jahr 1412 existiert eine Pergamentkarte des Hofguts mit dem Namen „Lindenbronn“, begründet durch eine Linde und einen Brunnen mit einem barock bemalten Pavillion, der sich in der Mitte des Hofes befand. Zu einem späteren Zeitalter, in der das Landesfürstentum an Bedeutung mehr und mehr gewann, die Burgen erweitert wurden zu Schlössern und der Besitz der Fürstenfamilie sich ausbreitete, wurde neben anderen Besitztümern auch Lindenbronn hohenlohe langenburgisches Eigentum. Graf Albrecht zu Hohenlohe-Langenburg kaufte 1551 eine Hälfte des Hofes und nur sechs Jahre später erwarb Graf Wolfgang die andere Hälfte. Die Domäne wurde fortan für die landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Nutzung verwendet. Von 1638 bis 1640 entstand zusätzlich angrenzend an die Hofstelle eine Parkanlage im englischen Stil, die das Bindeglied zwischen Langenburg und Lindenbronn verdeutlichen sollte. Während dieser Zeit wurde die bestehende Grünanlage mit einer Parkmauer von 1100 Metern Länge versehen, um ein Wildgehege und ein Jagdrevier für Rot- und Damwild zu integrieren.
Ein großer Baumeister
Fast anderthalb Jahrhunderte hindurch blieb Lindenbronn ein landwirtschaftlicher Betrieb, bis Graf Ludwig von Hohenlohe (Regierungszeit 1715 – 1765), einer der baufreudigsten Regenten der hohenloheschen Geschichte, sich entschloss, ein Lustschlösschen dort errichten zu lassen. Beauftragt mit der Gestaltung des Schlosses wurde der bekannte italienische Baumeister Leopold Retti. Schloss Kirchberg, Schloss Dennenlohe, Schloss Friedrichsruhe und zahlreiche Bauten in Ansbach und Stuttgart stammten aus seiner Feder. Im Jahr 1736 wurde mit dem Bau des Haupthauses begonnen. Graf Ludwig hatte genaue Vorstellungen und sprach von einem „noblen Bau ohne aufwendigen Prunk“. Der einzige dekorative Schmuck sollte das Allianzwappen der Häuser Hohenlohe-Langenburg und Nassau-Saarbrücken über dem Hauptportal sein, da Ludwig von Hohenlohe mit Eleonore von Nassau- Saarbrücken verheiratet war. Nach siebenjähriger Bauzeit wurde 1743 das Lustschloss Lindenbronn fertiggestellt und eingeweiht.
Geburt des neuen Namens
Man mag annehmen, dass mit dem Neubau des Hofguts auch der Name gewechselt hat, doch dies war nicht der Fall. Erst 18 Jahre später, am 11. August 1761, wurde es anlässlich der Geburtstagsfeier des Erbauers Graf Ludwig von Lindenbronn zu Ludwigsruhe umbenannt. Über die Jahre war der Gutshof nie ein fester Wohnsitz der Familie Hohenlohe-Langenburg, es wurde als Sommerresidenz, für Gäste als Jagdschlösschen und landwirtschaftliche Einnahmequelle gesehen. Anschließend wohnten bis 1984 insgesamt drei Pächterfamilien auf Gut Ludwigsruhe. Das fürstliche Mobiliar, die barocken Bilder und die persönlichen Gegenstände der Fürstenfamilie wanderten in dieser Zeit langsam wieder zurück nach Langenburg. Im Jahr 1980 verkaufte Fürst Kraft zu Hohenlohe-Langenburg das komplette denkmalgeschützte Anwesen an Familie Schrödel. Hauptgrund des Kaufes der Familie waren primär nicht die historischen Bauten, sondern die zusammenhängende landwirtschaftliche Fläche von 140 Hektar und die forstwirtschaftliche Nutzung von 28 Hektar die zum Besitz gehörten. Die fast 250 Jahre alte Gebäudesubstanz des Haupthauses war beim Kauf in einem sehr renovierungsbedürftigen Zustand.
Neues Leben auf dem Gut
Vier Jahre nach Erwerb des Gutes durch Familie Schrödel endete das Pachtverhältnis des letzten Pächters. Von nun an bewirtschafteten Kurt und Bernadette Schrödel selbst den Vierseithof und sanierten liebevoll ab 1984 peu à peu das Haupthaus, die Nebengebäude, die Stallungen und die angrenzenden Außenanlagen. Ludwigsruhe bot somit die idealen Voraussetzungen für eine neue und junge landwirtschaftliche Existenz. Heute ist das Gut nicht nur Arbeits- und Lebensmittelpunkt der Familie Schrödel, sondern ermöglicht auch zahlreichen Hochzeitspaaren, Besuchern und Gästen einen unvergesslichen Tag im geschmackvollen Ambiente.